5 Fragen an eine Hebamme

5 Fragen an eine Hebamme

„Woran erkenne ich eigentlich eine gute Hebamme?“ Diese und weitere Fragen durfte ich Kristina und Olivia von „in Hebammenhänden“ stellen und habe viele spannende Antworten für dich.

Kristina Tüchler und Olivia Galka von in Hebammenhänden haben mir viele Fragen rund um die Geburt beantwortet. In mehreren Beiträgen erfährst du, wie du dich optimal auf die Geburt vorbereitest und warum es wichtig ist, auch die Geburtsnachbereitung nicht zu vernachlässigen. Im ersten Blogbeitrag habe ich dir „3 Gründe für eine Hebamme in deiner Schwangerschaft“ vorgestellt. Diesmal geht es um 5 häufig gestellte Fragen an eine Hebamme.

Eine gute Hebamme geht auf deine individuellen Bedürfnisse ein. Flexibilität, Einfühlungsvermögen und Verlässlichkeit bilden die Grundlage.

1. Woran erkenne ich eine gute Hebamme?

Eine Hebamme stellt eine Vertrauensperson für jede schwangere Frau dar. Daher stehen viele vor der Herausforderung frühzeitig zu erkennen, ob eine Hebamme (für dich) geeignet ist. Bevor du dich für eine Hebamme entscheidest, macht eine kurze Recherche also auf jeden Fall Sinn.

Kristina und Olivia haben mir einige Tipps mitgegeben. Eine gute Möglichkeit eine Hebamme kennenzulernen, stellt für sie besonders das Mutter-Kind-Pass Beratungsgespräch dar, das in Österreich die Krankenkasse übernimmt. Im Rahmen dieses Gesprächs oder alternativ mit telefonischer Rücksprache, empfehlen sie folgende Punkte zu berücksichtigen:

• Geht die Hebamme auf deine individuellen Fragen und Bedürfnisse ein?
• Bietet die Hebamme mehrere Optionen an? Berät sie dich hinsichtlich der verschiedenen Vor- und Nachteile?
• Wie flexibel ist die Hebamme? Was passiert im Falle, wenn sie krank ist oder aus anderen Gründen nicht verfügbar ist? Gibt es eine Vertretung?
• Frage dich zum Schluss: Wie ist dein Bauchgefühl? Fühlst du dich gut aufgehoben und verstanden?

Häufig haben Hebammen bereits eigene Websites. Hier kannst du zu einigen Punkten auch schon vorab recherchieren und bekommst ein erstes Gefühl.

Infografik Hebamme

2. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mich bei einer Hebamme zu melden?

In Österreich übernimmt die Krankenkasse das Mutter-Kind-Pass Beratungsgespräch bei einer Hebamme. Für gewöhnlich findet dieses zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche statt. „Leider wird das Mutter-Kind-Pass Beratungsgespräch nicht immer in Anspruch genommen. Das ist sehr schade, da die schwangeren Frauen hier alle Fragen stellen können und auch individuell darauf eingegangen werden kann, was für sie persönlich sinnvoll ist“, berichten mir Kristina und Olivia.

Häufig gestellte Fragen sind beispielsweise:
• Wie und wo kann ich mein Kind auf die Welt bringen?
• Wie soll ich mit meiner Ernährung und Sport umgehen?
• Wie kann ich mich noch auf die Geburt vorbereiten?
• Wohin kann ich mich in schwierigen Situationen wenden?

Das Gespräch dauert für gewöhnlich eine Stunde. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit einer Hebamme macht daher bereits für die Mutter-Kind-Pass Beratung Sinn. Im Rahmen des Gesprächs kann auch abgeklärt werden, welche weiteren vorbereitenden Maßnahmen – wie ein Geburtsvorbereitungskurs – sinnvoll für dich sind.

3. Wie viel kostet eine Hebamme?

Viele Frauen denken, dass eine Hebamme immer viel kostet. Das stimmt aber so nicht, denn das Angebot ist breitgefächert und so sind es auch die Kosten.

Wenn man nur die Mutter-Kind-Pass Beratung in Anspruch nimmt, werden die Kosten in Österreich vollständig von der Krankenkasse erstattet. Mit Kosten von über €1.000 musst du vor allem dann rechnen, wenn die Hebamme bei der Geburt dabei sein soll.

Eine Hebamme in Anspruch zu nehmen, muss nicht unbedingt teuer sein.
in Hebammenhänden
Kristina Tüchler & Olivia Galka von in Hebammenhänden

Geburtsvorbereitungskurse, wie sie Kristina und Olivia bei in Hebammenhänden anbieten, gibt es etwa als Kompaktkurs schon ab 80€ und im Paarkurs ab 150€. Hier bekommst du viele hilfreiche Tipps für die Geburt, die du auch zuhause noch vertiefen kannst. Auch hier gibt es häufig bereits unterschiedliche Optionen: Kristina und Olivia bieten so einerseits einen Paarkurs im Umfang von zwei Abenden à 3 Stunden, andererseits einen kompakten Kurs mit einmal 3 Stunden. Der Kompaktkurs eignet sich besonders für Frauen, die bereits ein oder mehrere Kinder haben und ihr Wissen nur noch auffrischen möchten.

Kristina und Olivia empfehlen neben der Mutter-Kind-Pass Beratung grundsätzlich einen Geburtsvorbereitungskurs und einen Rückbildungskurs. Insgesamt liegen die Kosten bei ihnen beispielsweise etwa bei knapp 300€, wenn man sowohl den Paarkurs als auch den Rückbildungskurs besucht. Je nachdem, ob noch individuelle Angebote in Anspruch genommen werden, erhöhen sich die Kosten.

4. Was kann ich vor der Geburt noch unterstützend machen?

Heutzutage gibt es ein breit gefächertes Angebot für die Geburtsvorbereitung. Dabei ist es aber gar nicht so einfach den Überblick zu behalten. Ich habe daher bei Kristina und Olivia nachgefragt, was sie für die Geburtsvorbereitung jeder Frau empfehlen: „Wir legen jeder schwangeren Frau einen Geburtsvorbereitungskurs nahe. Dieser vermittelt die wichtigsten Informationen – sowohl theoretisch, als auch praktisch. Besonders bei Paarkursen kann der/die Partner*in ebenfalls viel mitnehmen, um optimal zu unterstützen.“

Im Kurs bekommt man meistens auch Informationen mit, um sie zuhause nochmal durchzugehen, als auch Buchempfehlungen. Kristina und Olivia empfehlen beispielsweise gerne „Die Hebammen-Sprechstunde“ und „Das große Buch zur Schwangerschaft“.

Als weitere Vorbereitung auf die Geburt bietet sich auch Akupunktur an. Dabei wird ab der Schwangerschaftswoche 35+0 einmal pro Woche behandelt. Dabei wird die Reifung des Gebärmutterhalses unterstützt und die Geburtsdauer kann im Durchschnitt um zwei Stunden verkürzt werden. Akupunktur kann in der Schwangerschaft auch gezielt bei Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit und Rückenschmerzen eingesetzt werden oder bei Beckenendlage.

Um Verspannungen aufzulösen und um den Beckenboden auf die Geburt vorzubereiten, eignet sich auch eine osteopathische Behandlung. Auch nach der Geburt können osteopathische Techniken bei der Rückbildung helfen. Kristina und Olivia bieten das beispielsweise um 40€ pro Behandlung an.

Geburtsvorbereitende Akupunktur kann die Geburtsdauer im Schnitt um 2 Stunden verkürzen.

Aktuell wird auch Hypnobirthing immer beliebter. Dabei lernt man bestimmte Techniken, um mithilfe von Selbsthypnose angstfreier in die Geburt zu gehen und so ein positiveres Geburtserlebnis zu haben. Kristina und Olivia empfehlen dafür das Buch Hypnobirthing von Marie F. Mongan. Es gibt mittlerweile auch einige Kurse in Österreich dazu, die besucht werden können.

Kristina und Olivia empfehlen, dass du dich in Ruhe informierst und einliest. Nicht alles macht für jede Frau Sinn. Wenn du die Mutter-Kind-Pass Beratung und einen Geburtsvorbereitungskurs besuchst, ist das bereits ein guter Start. Überlege danach, ob und welche zusätzlichen Vorbereitungen dich persönlich ansprechen und dir zusagen. Viel hilft nicht unbedingt viel: wähle lieber gezielt aus, als im Geburtsvorbereitungs-Stress zu versinken.

5. Was gibt es nach der Geburt zu beachten?

Nach der Geburt ändert sich oft ganz schön viel. Dennoch ist es wichtig, dass du auch auf deine eigenen Bedürfnisse achtest. Setze dich vor allem nicht zu viel unter Druck: niemand ist perfekt! Falls es zum Beispiel mit dem Stillen nicht klappt, können dich auch hier deine Hebamme oder spezielle Stillberater*innen unterstützen.

Kristina und Olivia heben vor allem auch die Wichtigkeit des Wochenbetts hervor. In dieser Zeit sollte im Vordergrund stehen, dass du dich erholst und dein(e) Baby(s) kennenlernst. Der Haushalt kann hier getrost hintenangestellt werden und auch sonst solltest du dir nicht zu viel zumuten. Du musst auch nicht jeden Tag Besuch annehmen und schon gar nicht dafür großartig viel vorbereiten.

Ein Rückbildungskurs macht IMMER Sinn. Besser spät als nie!

Nach der Geburt ist auch die Rückbildung wichtig. Einen Rückbildungskurs kann man je nach individuellem Befinden bereits 6-8 Wochen nach der Geburt starten. Es ist jedoch nie zu spät damit zu starten und macht auch noch Monate nach der Geburt Sinn. Zeit und Aufmerksamkeit darauf zu legen, empfehlen Kristina und Olivia auf jeden Fall. Bei in Hebammenhänden starten Kurse beispielsweise alle 8 Wochen, so ist ein Einstieg regelmäßig möglich.

Rückbildungskurs

Hör auf deinen Bauch

Eine Hebamme unterstützt dich nicht nur während deiner Schwangerschaft, sondern ist auch danach für deine Sorgen und Wünsche da. Im letzten Beitrag habe ich dir bereits „3 Gründe für eine Hebamme in deiner Schwangerschaft“ verraten, hier findest du noch weitere Informationen. Hör auf jeden Fall auf dein Bauchgefühl und lass dich von der Menge an Informationen nicht unterkriegen. Eine gute Hebamme beantwortet dir verständnisvoll alle deine Fragen und hilft dir deinen Weg durch die Schwangerschaft zu finden ohne dir etwas aufzudrängen.

Über „in Hebammenhänden“

„In Hebammenhänden“ wurde 2020 von Kristina Tüchler und Olivia Galka ins Leben gerufen. Die beiden praktizierenden Hebammen wollten ihre Expertise in Stockerau auf noch individuellerer Basis anbieten. Neben Geburtsvorbereitungskursen und Beckenbodengymnastik, können schwangere Frauen auch ihre Mutter-Kind-Pass-Beratung oder die Wochenbettbetreuung bei ihnen in Anspruch nehmen. Besonders ist die Weiterbildung in der Osteopathie, die Kristina und Olivia ebenfalls anbieten.

Kristina und Olivia setzen auf eine ganzheitliche Begleitung durch die Geburt. Als Hebammen ist es ihnen wichtig, dass jede Frau das bestmögliche Geburtserlebnis bekommt und die Unterstützung auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist. Ihr Ziel ist es, dass sich jede Frau vom ersten Moment der Schwangerschaft bis weit nach der Geburt sicher und geborgen fühlt.

Hier kommst du direkt zur Website: http://hebammenhaende.at/

Foto-Credits Rückbildungskurs und Kristina & Olivia: in Hebammenhänden

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