Kopf des Monats -Tanja von “Die Handletterei”

Tanja von die Handletterei

Kreativität und Zahlen schließen sich aus? Keinesfalls! Tanja von Die Handletterei hat einerseits einen analytischen Job in einer Mediaagentur, andererseits ihr eigenes „Kreativ-Business“. Wie sie das alles neben ihrer kleinen Tochter, ihrem Partner und ihrem Hund unter einen Hut bekommt, erfährst du in diesem Blogbeitrag: Welche 3 Dinge können wir von Tanja lernen?

1. Behalte dir deine Experimentierfreude bei

Je „erwachsener“ wir werden, desto weniger widmen wir uns unseren Hobbies. Zuerst nimmt oft das Studium viel Zeit in Anspruch, danach vereinnahmt einen der Job. Mit der Zeit merken wir jedoch oft, dass uns etwas fehlt und auch der kreative Input abnimmt.

Tanja hat nach ihrem Studium bei einer Mediaagentur begonnen, bei der sie auch noch heute arbeitet. Während ihrer Schwangerschaft, kurz vor der Karenz, hat sie dann „Handlettering & Watercolor Illustration“ entdeckt und seitdem nicht mehr aufgehört, sich damit zu beschäftigen. Tanja hat sich im Rahmen eines 365-Tage-Projekts alles selbst beigebracht und sich mit voller Wissbegierde in das Thema gestürzt.

Bereits als Kind hat Tanja gerne gemalt und war fasziniert, wie ihr Papa als Tischler Pläne per Hand gezeichnet hat. Ihre Mama hat ihr sogar eine ganze Küchenwand mit Papier ausgekleidet und sie konnte sich kreativ austoben. Wie das aber oft so ist, ist diese Leidenschaft zu Farben, Papier, Materialien und dem Kreativprozess über die Jahre nach und nach in den Hintergrund gerückt. Ohne es zu merken ist so der künstlerische Teil aus Tanjas Leben verschwunden.

Wenn ich als Kind zwischen Malen Und „Rausgehen“ entscheiden konnte, war mir ersteres lieber. Dieses Bedürfnis nach „kreativem Output“ blieb mir definitiv über die Jahre.

Während des Mutterschutzes hatte Tanja dann plötzlich Zeit und wusste nicht so recht, was sie damit anfangen sollte. Sie hat die Sinnkrise genutzt und hat so ihre Leidenschaft wiedergefunden, die sie heute mit Die Handletterei wieder in vollen Zügen auslebt.

Auch nachdem Tanja ihre Kreativität in einem Unternehmen gebündelt hat und sich die ersten Erfolge eingestellt haben, hat sie nicht aufgehört sich weiterhin mit neuen kreativen Techniken zu beschäftigen. Tanja traut sich immer wieder etwas Neues auszuprobieren und bietet seit knapp drei Jahren sogar Workshops in Wien an, bei denen sie ihr Können weitergibt.

Sie zeigt uns, dass es sich immer auszahlt, neugierig und wissbegierig zu bleiben. Es ist nie zu spät, ein neues Hobby zu finden – ganz egal, ob du es nur aus Spaß machst oder es schließlich sogar in einem Unternehmen mündet. Genauso wie Tanja kannst du dein Unternehmen auch nebenbei gründen. So minimierst du das Risiko und kannst ohne zu hohen finanziellen Druck ausprobieren, was dir Spaß macht und gut ankommt.

2. Mama sein und Unternehmensgründung schließen sich nicht aus

Der Grundstein von Die Handletterei wurde am Ende von Tanjas Schwangerschaft gelegt. Die Auseinandersetzung mit dem Thema hat nach und nach zur Unternehmensgründung geführt und das alles während sie auch ihre kleine Tochter bereits hatte. Trotz Job und Kleinkind hat Tanja ihr Hobby hartnäckig verfolgt und Vermarktungsstrategien gefunden.

So wurde durch ihren Instagram Account sogar ein Verlag auf sie aufmerksam mit dem sie schließlich ihr Buch „Handlettering meets Illustration“ herausgegeben hat. Im Herbst 2020 erscheint ihr zweites Projekt unter dem Schirm dieses Verlags – ein von ihr illustriertes und mit jede Menge Kreativ-Impulsen bestücktes Bullet Journal für alle, die auf der Suche nach mehr Kreativität im Alltag sind.

Als der Verlag für das erste Buchprojekt auf sie zukam, war Tanja stark am Zweifeln, ob sie das annehmen sollte. Während sie die Absage-Mail formulierte, hat sie aus einer Intention heraus doch zugesagt. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist definitiv ein großer Meilenstein. War der Weg dorthin einfach? Nein! In der Endphase des Projekts musste sie auf vieles verzichten – auch auf Zeit mit ihrer Tochter – und war auf Unterstützung angewiesen. Da es sich dabei aber nur um einen temporären Zustand gehandelt hat, ist Tanja trotzdem froh, dass sie dieses Abenteuer gewagt hat.

Auch als Mama darf man solche Herzensprojekte angehen. Du hast temporär zwar etwas weniger Zeit für dein Kind, dafür kann es ganz viel von dir lernen. Tanjas Tochter ist bestimmt einmal stolz darauf, dass ihre Mama ein so tolles Buch herausgegeben hat. Vielleicht geht mit einem Kind nicht immer alles so schnell und einfach. Dennoch bedeutet es nicht, dass man deswegen nicht auch noch seinen Hobbies nachgehen oder sogar ein Unternehmen gründen kann. Auch kleine Schritte führen schließlich zum Ziel! Ohne ihre Schwangerschaft hätte Tanja wahrscheinlich nie ihre “creative journey” wieder neu aufgenommen.

Manchmal ist es schwierig, mehrere unterschiedliche Projekte oder Jobs gleichzeitig zu haben. Oft hat man unglaublich viele Ideen und kann aber nicht gleich alles verwirklichen. Man muss sozusagen mit „angezogener Handbremse fahren“. Das ist ein Balanceakt, dafür bekommt man aber ganz viel Entscheidungsfreiheit.

Oft sehen wir nur das riesige Projekt und wie viel Arbeit es bedeutet. Heruntergebrochen in viele kleine Schritte ist das aber alles gar nicht mehr so schlimm. Das Tempo bestimmst du! Wie beim Sport: Du musst nicht schon nach einem Jahr einen Marathon laufen – vielleicht reicht dir auch schon, dass du 5km laufen kannst und etwas für deine Gesundheit getan hast.

3. Kleine persönliche Freiräume schaffen

Als ich erfahren habe, wann Tanjas Wecker läutet, war das ein kurzer Schockmoment für mich: 4 Uhr früh. Nachdem mir Tanja erklärt hat, wieso sie das macht, war ich aber begeistert. So bekommt sie nämlich Zeit ganz für sich – ohne Kind, ohne Mann, ohne Job. Wenn alle anderen schlafen, geht sie ihren kreativen Projekten nach und das ganz ohne Ablenkung. Wer kennt das nicht: am Abend sind wir erledigt vom Tag und schaffen es nur noch den Fernseher aufzudrehen. Wieso also nicht früher schlafen gehen und die Zeit am Morgen nutzen?

Es muss auch gar nicht ganz so drastisch sein: schon 10 Minuten oder besser noch eine halbe Stunde in der Früh können Wunder bewirken. Tanja gibt so auch allen Kreativinteressierten den Tipp, sich jeden Tag 10 Minuten mit etwas Kreativem zu beschäftigen. Wie bei einem Muskel, der trainiert wird, ist es besser, jeden Tag wenig statt alle zwei Wochen viel zu machen.

Du kannst auch für viele Dinge die Zeit unterwegs nutzen oder wenn du wo wartest: wie wäre es etwa mit einer inspirierenden Podcast-Folge am Weg zur Arbeit? So verlierst du keine Sekunde deiner Zeit, hast diese „Durchlaufzeiten“ aber gut genutzt. Auch Tanja hört unterwegs gerne mal eine Podcast-Folge und bekommt so frischen Wind von außen, ohne explizit Zeit dafür aufzuwenden.

Tanja von die Handletterei

Tanja hat ihr Unternehmen schließlich 2018 auch aus dem heraus gegründet, damit Die Handletterei einen „offizielleren“ Charakter bekommt. Es löst etwas ganz anderes in dir und anderen aus, wenn du sagst, dass du etwas für dein Unternehmen machst, als wenn es „nur“ dein Hobby ist. So gibst du dem Ganzen etwas Verbindliches und kannst dir leichter Freiräume dafür schaffen.

Meistens ist der Aufwand für eine Unternehmensgründung zu Beginn relativ überschaubar. Es handelt sich dabei auch um keine Einbahnstraße, sondern du kannst das Unternehmen auch jederzeit wieder abmelden. So wie Tanja es bei Die Handletterei gemacht hat, ist das Risiko kaum vorhanden und der künstlerischen Freiheit steht daher nichts im Weg.

Schwangerschaft

Tanja hat ihr neues Hobby während ihrer Schwangerschaft entdeckt. Vielleicht gibt es auch ein Hobby, das du gerne wiederaufleben lassen möchtest oder du suchst dir etwas Neues? Eine Schwangerschaft muss dabei kein Hindernis sein. Ganz im Gegenteil: vieles kannst du dann deinem Kind weitergeben, du vermittelst ihm Freude damit und vielleicht kann es sogar von dir lernen.

Tanja arbeitet weiterhin erfolgreich in einer Mediaagentur. Die Schwangerschaft war für sie nie ein Grund, ihre beruflichen Ambitionen auf Eis zu legen. Klar, der Fokus verschiebt sich und es gibt jetzt noch einen kleinen Menschen, der viel Aufmerksamkeit benötigt. Dennoch spricht nichts dagegen auch den Beruf weiterhin mit Leidenschaft auszuüben und nicht mit der Familienplanung die Karriereplanung zu begraben. Überlege dir, welche Möglichkeiten für dich in Frage kommen. Berücksichtige dabei auch deine finanzielle Unabhängigkeit und dass deine Pensionslücke nicht zu groß wird.

Trau dich, Hilfe anzunehmen! Tanjas Tochter fährt zum Beispiel hin und wieder ein paar Tage in die Steiermark zu ihren Eltern. Auch ihr Partner unterstützt sie, was vor allem während des Buchprojektes sehr wichtig war. Vielleicht hast du ebenfalls Eltern, die sich freuen, sich einen Nachmittag in der Woche um dein Kind zu kümmern oder auf Urlaub zu fahren? Oder eine Putzhilfe ist die richtige Wahl für dich oder einmal die Woche eine Babysitterin. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn du nicht alles alleine schaffst und auch dein Kind profitiert davon, wenn es neben dir andere Bezugspersonen hat. Das bedeutet nicht, dass du dein Kind in „die Fremdbetreuung abschiebst“, sondern viel mehr, dass du dir Unterstützung holst. Dadurch kannst du auf deine persönlichen Bedürfnisse achten und hast mehr qualitative Zeit zur Verfügung.

Überlege dir, an welchen Schrauben du drehen kannst, um mehr Zeit zu bekommen. Meistens ist es ein Tauschhandel zwischen Geld und Zeit. Deshalb muss man sich auch anschauen, was es einem finanziell wert ist und was man sich leisten kann und will. Aber auch im Kleinen kann man Zeit sparen: vielleicht muss es am Wochenende nicht das große Mahl sein, sondern es reichen auch einmal Nudeln mit Soße. Da hat man auch schnell ein, zwei Stunden gespart.

Outsourcen lassen sich meistens am besten Dinge im Haushalt, wie Putzen, Essenslieferungen (z.B. HelloFresh) oder Möbel montieren. Was kannst du stattdessen in der Zeit machen, die du sparst? Was ist es dir wert, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen? Hier muss jeder seine persönliche Balance finden, es lohnt sich aber auf jeden Fall sich einmal intensiv damit zu beschäftigen.

Erfolg

Tanja hat schon in jungen Jahren mehrere Karrieren gestartet. Gerade die Covid-19 Krise hat uns auch gezeigt, dass zwei Standbeine besser sind, als nur eines. Durch das digitale Zeitalter ist es viel einfacher geworden, nebenbei etwas zu lernen oder aufzubauen. Nutze diese Chance!

Natürlich bedeutet das auch viel Arbeit, früher oder später lohnt sich das oft. Tanja hat sich auch erst ihr Business aufbauen müssen und viel reingesteckt. Dafür hat sie jetzt ein gutes Neben-Einkommen aus Die Handletterei. So hat sie bereits ein Buch in einem Verlag rausgegeben, auch das zweite kommt schon bald. Sie gibt zudem Workshops und betreibt ihren Online Shop, den sie demnächst neu ausrichtet und auch für andere Künstler*innen als „marketplace“ öffnet.

Auch im Agenturjob gibt sie Vollgas. Wenn sie dort ist, fokussiert sie sich ganz auf diese Seite ihres Berufslebens. Dass Hobbies oder Nebenbeschäftigung sich positiv auf den eigentlichen Beruf auswirken, ist mittlerweile sogar mit Studien belegt. Wichtig ist dabei, dass diese regelmäßig ausgeübt werden und nicht zu stark dem anderen Job ähneln.

BEWUSST DRUCK AUS DEM EIGENEN „NEBEN-BUSINESS“ RAUSZUNEHMEN IST WAHRSCHEINLICH DER GRÖSSTE ERFOLGSFAKTOR FÜR GENAU DIESES.
- Tanja von Die Handletterei -

Tanja hat auch ihre Momente, wo es schwierig ist, alles unter einen Hut zu bekommen. Dennoch bekommt sie es mit ihrer Wissbegierde, positiven Einstellung und guter Organisation hin. Für Perfektionismus bleibt dann auch keine Zeit, also: better done, than perfect! Tanja hat gelernt, wie wichtig es ist auch einmal NICHTS zu tun, um den Kopf wieder freizubekommen. Oft entstehen dann ganz von alleine wieder neue Ideen und wenn nicht, dann ist das auch in Ordnung. Tanja bezeichnet es für sich sogar als einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren: Druck aus dem Nebenbusiness herauszunehmen. Druck tut nämlich auch der Kreativität ganz und gar nicht gut.

Tanja hat Dank ihrer Schwangerschaft wieder zurück zu ihrem kreativen Potential gefunden. Die Freiheit, etwas für sich zu machen und dabei Großartiges zu schaffen, motiviert sie täglich, weiterzumachen. Für viele kreative Inspiration musst du unbedingt einmal auf Tanjas Website oder auf ihrem Instagram Kanal vorbeischauen.

Wie du siehst kann man auch im Erwachsenenalter noch eine neue Leidenschaft für sich (wieder-) entdecken und damit sogar erfolgreich durchstarten. Was hast du als Kind gerne gemacht? Gibt es etwas, was du schon immer mal ausprobieren wolltest? Schreibe es mir in die Kommentare!

Foto-Quelle: Tanja von Die Handletterei

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